Gerade “All Eyez on me” gesehen…

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6. Januar 2018

…und ich bin zwiespältig ob der Kritik über den Film. Sicher, er ist kein Vergleich zu “Straight outta Compton”… aber vielleicht sollte er das besser auch nicht sein. Teilweise finde ich ihn gut. Aber ehrlich gesagt ist auch meine Kritik überwiegend schlecht.

Was ich NICHT gut finde: Tupacs Leben bis zur späten Jugend wird viel zu eilig abgefrühstückt: “Erzählt? Gut! Fertig! Ab zur Action!”

Jada Pinkett Smith hat sich kritisch geäußert, dass ihre Freundschaft zu Tupac nicht korrekt dargestellt wird. Abgesehen von der Tatsache, dass ich die Jada Pinkett-Darstellerin darstellerisch überzeugend finde, erscheint mir ihre ganze Rolle gar überflüssig! OK, Tupac hat offenbar eine Freundin, die er sehr mag. Haben viele. Dem Film tut sie nur zur Sache, dass die beiden sich mögen, sie irgendwann auch berühmt wird und dass sie 2Pac irgendwann wegen seines unpassenden Lebensstils zusammenfaltet. Ansonsten macht dieser Charakter nix in dem Film. Da es 2Pacs offensichtlicher Entwicklung im Film keinen Abbruch tut, hätte man sie (leider) auch ganz rauslassen können. ISSO! Man wollte hier nur deutlich unterstrichen erwähnen, dass Tupac Bekannte hatte, die später auch prominent wurden. Top. Bei ganz bekannten Kumpels wie Snoop, Dre, B.I.G., Suge Knight, Digital Underground uvm. auch ganz, ganz wichtig.

Man hätte dann aber auch Tupacs Gezicke bei “Menace II Society” darstellen müssen, hier hatten er und Jada Pinkett sicher ihr prominentestes Treffen. 2Pac passte seine Rolle (des Sharif) nicht ins Gangzta-Image, er stritt sich mit den Filmemachern und verpasste so seinen sicherlich größten Kino-Erfolg.

 
Erst recht zum Kotzen: die Juice-Darstellung! 2Pac ist wirklich gut in der Original-Besetzung des Roland Bishop. Sein Film-Darsteller nicht. Wer außerdem das Schauspielformat des Omar Epps kennt (Dr. House und – TADAAA!!! – Juice), der weiß auch, dass das Abhaken der besten Juice-Szene mit einem ausschließlich rückseitig gefilmten “Q” nicht mehr als ein übereiltes Abarbeiten gewisser Karrierepunkte von Tupac zum Zweck hat. Whack!!! Hier war ich richtig sauer!

 

Gibt es Stärken in dem Film? Oh ja! Wenn man das recht aktuelle Interview aus einer Doku von Ice Cube und einer ehrgeizigen Journalistin mit einem ehemaligen großen New Yorker Drogendealer kennt und weiß, wie der aussieht und dass die Schüsse in New York auf 2Pac damit zu tun haben, der weiß, dass der Dealer echt gut gecastet ist. 1A! Warum aber dieser Dealer mehr Aufmerksamkeit als viele wichtigere Punkte aus 2Pacs Leben bekommt, verstehe ich nicht. Der Dealer wird gut, sein Verhältnis und seine Geschichte mit Tupac ebenfalls stark dargestellt. Aber das hätte man auch komprimieren können. Hätte gereicht.

ODER: man macht das, was hier absolut viel angebrachter gewesen wäre: man erzählt Tupacs impulsive Lebensjahre mit ausreichender Zeit. Ein Film über vier Stunden wäre durchaus machbar und bei all dem Inhalt auch angemessen gewesen. “Brenda´s got a Baby” bekommt zwar Aufmerksamkeit, aber als die LP “Strictliy 4 my NIGGAZ” erscheint, hört man auf einem Konzert Notorious BIG, der auch schnell abgearbeitet werden muss, und man hört kein “Holla if you hear me” oder ähnliche Wutbretter vom jungen 2Pac. Vergeigt. Nur um BIG in die Story reinzuklotzen. Da hilft auch nicht, dass es der brilliante BIG aus dem Biggie-Biopic ist. Er spielt zwar wie in “seinem” Film super den Herrn Wallace, ist aber auch nur eine Schnelletappe in Tupacs Filmleben.

 
Am Ende wird noch kurzer, ungeklärter Stress zwischen 2Pac und Snoop reingehackt, zieht nicht. Dre wird insgesamt viel zu kurz abgearbeitet, ganz mies. Suge Knight wird zwar ausführlich und stark gespielt, geht jedoch ebenfalls in dem ADHS-Format des Films unter.

 
Eine richtige Beleidigung ist nach meiner Meinung die Darstellung von Tupacs Mama. Mag sein, dass sie treffend ist, ich kannte seine Mama ja genauso wenig wie ihn. Aber wer schon einmal eine gut verkörperte Persönlichkeit in einem Film gesehen hat, kann nach meiner Meinung die Mutterrolle aus diesem 2Pac-Film nicht gut finden. Insgesamt (wen wunderts) viel zu hektisch.

 
Gegen “Straight outta Compton” verreckt dieser Film regelrecht. An sich finde ich ihn nicht sooo katastrophal, wie ihn viele Medien mach(t)en. Hier und da macht er mir Spaß. Gemessen an Tupacs Bedeutung für HipHop und Black People ist er ein Armutszeugnis.

Tupacs Musik? Komplett vernachlässigt. Hier und da werden ein paar Hits angespielt, damit man sie auch gleich wieder vergessen kann.

 

Sehr schade! Tupac hat mir viele gute Tracks beschert, hier werden sein Fame und seine Glory kastriert. Ich geh lieber wieder seine Lieder hören. Da steckt sein wahrer Hype drin. Nicht in dieser Short-Cut-Soap!

 

Für einen kurzweiligen Rapfilm finde ich ihn gut. Für ein 2Pac-Biopic ist es eine überdrehte Schande.

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Sam ist Deluxe beim Red Bull Soundclash 2017!

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14. Dezember 2017

Team “NEW LEVEL” vs. Team “REALITY CECK” hat für mich einen klaren Sieger: Team “Reality Check”!

Während die drei Gören Crack Ignaz, LGoony und Soufian vor allem andere für sich ackern lassen, burnt Samy Deluxe genau DAS in einem Teilfreestyle nieder, der seinesgleichen sucht und unbewusster Weise vorwegnehmend egalisiert, dass Team “New Level” im Gegenzug mit irgendwie 10 Rapgästen “kontert”. Nach Samy´s  vorher getroffener Feststellung, dass es einfach ist, seine Show durch namhafte Gäste aufzuwerten ( bis zu dem Zeitpunkt SIDO, Trettmann ), war die XXL Wildcard-Besetzung ein kollektiver Run ins Samy´s parkende Rapfaust und sie alle sind KO gegangen. Denn die Wildcard von Team “Reality Check” war Sam Deluxe selber in einer der schwierigsten Rap-Disziplinen überhaupt: Freestyle können, wenn es drauf ankommt. Er versucht also, den Soundclash aus eigener Kraft zu gewinnen und lässt nicht andere für sich machen. Das stabilste an Team “New Level” waren eindeutig deren Fans. Die bouncten den Boden aus der Halle. Aber genau das war ja der Kontext: andere machen lassen. Die lassen sogar ihre Fans für sich ackern! Aber TEAM heißt ja auch bekanntlich “Toll Ein Anderer Machts”!!! Verkackt!!!

Nur diese “Rockband” war noch unzureichender als die “New Level”-Bande. Während die Rockband vom Team “Reality Check” souverän mit “There goes the Neighbourhood” ( Body Count 1993 oder so!!! Das muss man heute erst mal bringen!!! ) ein maximal fettes Riff am Start hatten, krepierte der Rocksound auf der Gegenseite qualvoll! Aber merkt ihr was: es geht schon wieder um andere! Ob gut oder kacke: das waren die nicht, das war schon so! #DISRESPECT!!!

Hier der ganze Red Bull Soundclash 2017 in der Aufzeichnung:

https://www.redbull.com/de-de/events/red-bull-soundclash

 

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